Die 30er Jahre

1930

Willi Ritterbach wurde 1930 zum Schriftführer gewählt; dieses Amt bekleidete er mit einer kriegsbedingten Unterbrechung bis ins Jahr 1953. Die Übungsstunden wurden nunmehr vom Vorsitzenden festgesetzt. Als Mitglied wurde man aufgenommen, wenn eine Eintrittsgebühr von 1 Reichsmark gezahlt wurde, belegt wurde diese Eintrittsgebühr bei den Mitgliedern Bartel Neukirchen und Heinz Domgans. Trotzdem war die finanzielle Situation bei vielen Mitgliedern sehr angespannt, denn die Monatsbeiträge wurden teilweise ausgesetzt.

Am 30. März des Monates werden die Statuten des "Tambourkorps Neukirchen 1922". durch den Vorsitzenden Peter Brüggen, dem Schriftführer Willi Ritterbach und dem Kassierer Wilhelm Peter unterschrieben. Gegengezeichnet wurden sie vom Bürgermeister des Amtes Hülchrath am 31.03.1930.

Annahme von auswärtiger Musik und Besuch anderer Vereine sollte laut Versammlungsbeschluss vom 4. Mai unterbleiben. In den 30er Jahren beschränkten sich die Auftritte des Tambourcorps "Rheinklänge" Neukirchen auf drei Veranstaltungen im Jahr. Dies waren die Frühkirmes im Mai, das Stiftungsfest im Juli ("Eintritt betrug 1 Reichsmark für fremde Vereinsmitglieder und 1 RM für das Publikum durchgehend") und die Kirmes im September. Der Verein erhielt 50 Reichsmark als Spielgeld von der Kirmesgesellschaft Neukirchen. Allerdings musste jedes Mitglied 3 Reichsmark an die Kirmesgesellschaft zahlen. Ein weiteres Ereignis im Jahr war ein Ball mit Brezelverlosung am Neujahrstag in der Gaststätte Wirtz.

Im November 1930 wurde Willi Ritterbach zum "Führer" gewählt. Peter Brüggen verließ das Tambourcorps und Jacob Ackers wurde zum Vorsitzenden gewählt. Die erworbenen Preise des Jahres 1930 wurden an die Mitglieder des Vereins ausgelost. Bei der letzten Versammlung des Jahres wurde das Neujahrsfest 1931 ohne Brezelverlosung vorbereitet und das Stiftungsfest auf der Rosellerheide (25. Stiftungsfest) angenommen. Am 14.12.1930 wurde nach dem Hochamt eine Versammlung für "Trachteninteressenten" festgesetzt.

1931

Bereits bei der Versammlung am 01. März 1931 löste Josef Ritterbach seinen Bruder Willi Ritterbach als neuen Tambourmajor ab. Dieser bekleidete das Amt daraufhin 33 Jahre lang und gab den Tambourstab erst im Jahre 1964 weiter. Gleichzeitig übernahm er den Posten des Kassierers. Dieses Amt bekleidete er bis 1959. Als neuer Hornist wurde Toni Dahmen aufgenommen.

Am 24. April wurde in einer turbulenten Versammlung Toni Schiefer ins TCR aufgenommen. Diese Neuaufnahme hatte große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Tambourcorps "Rheinklänge" Neukirchen. Desweiteren wurden Willi Reisdorf und Jakob Bodewig in den Verein aufgenommen. Weiterer Punkt der Versammlung war die komplette Neuwahl des Vorstands. Neuer Vorsitzender wurde Johann Weitz, der aber Bedingungen für seine Wahl stellte. Kassierer wurde Wilhelm Peter und Schriftführer Christian Bodewig. Ein Ausflug nach Longerich wurde kurzfristig nach Neuenhausen verlegt. Der Beitrag betrug 20 Pfennig. Jedes Mitglied erhielt zu Schützenfest 3 Mark. Weitere Ausgaben waren 50 Pfennig für Gohr und Wevelinghoven (Stiftungsfeste ?). Das Stiftungsfest fand am 21.06.1931 im Saale Wirtz statt.

Die finanzielle Lage der Mitglieder blieb laut Versammlung vom 04.10.1931 angespannt. Viele Mitglieder waren erwerbslos und konnten den Monatsbeitrag nicht entrichten. Wieder standen Vorstandswahlen an, weil der Vorsitzende Johann Weitz aus dem Korps ausgeschlossen wurde, da er an Veranstaltungen des Vereins nicht teilnahm. Auch der Kassierer Wilhelm Peter und der Schriftführer wurden aus Ihren Ämtern entlassen. Die Übungsstunden wurden auf den Freitag festgesetzt.

 

1932

Die Lage im Verein beruhigte sich im Jahre 1932, die Musik zum Schützenfest wurde zum Preis von 35 bis 40 Mark übernommen. Der Jahresbeitrag für den Schützenverein von einer Mark wurde aus der Kasse übernommen. Weitere 26 Mark wurden aus der Kasse genommen und an die Mitglieder verteilt. Das Spielgeld sollte in der Kasse verbleiben, damit der Stand der Kasse beibehalten wird. Für Schützenfest wurde ein fremder Hornist um Hilfe gebeten. Die Übungsstunden fanden von nun an Montags und Freitags statt.
Mit Versammlungsbeschluss vom 31. Juni 1932 wurde festgelegt, dass die Uniformen Eigentum der Mitglieder wurden und nach Austritt dem Verein zur Verfügung gestellt werden mussten. Trommeln, Querpfeifen, Koppel, 2 Tambourmajorstäbe, dicke Trommel mit Schlägel und Becken, Stempel mit Kissen, Federhalter mit Tinte, Theaterstücke und Bücher, Kasse, Protokollbuch und Statutenbuch gehörten ebenfalls dem Verein.

1933

Aufgrund eines Versammlungsbeschlusses im Jahre 1933 wurden neue Uniformen angeschafft. Die Mitgliedsbeiträge wurden weiter ausgesetzt, trotzdem sollte jedes Mitglied 1 Mark zahlen, damit bis Schützenfest ein Betrag von 210 Mark für neue Uniformen zusammenkommt. Wie teuer eine Trommel im Jahre 1933 war, erzählt die Chronik vom 15.06.1933. Hier erhält Toni Schiefer eine Trommel für 10 Mark.

1934

Am 15.07.1934 fand das Stiftungsfest mit einem Festzug und Festball statt. Als Musik wurde die Kapelle Schnitzler für 35 Mark verpflichtet. Danach gibt es keine weiteren Protokolle bis zum 05.07.1935.

1935

Aufgenommen wurde Karl Garde (Garde Karl) und Jakob Ackers verliess das Tambourcorps. Johann Weitz wurde wieder 1. Vorsitzender.

Beim Stiftungsfest 1935 wurden das Musikkorps Hülchrath für 45,00 RM verpflichtet und die Tambourcorps aus Anstel, Capellen, Evinghoven, Gohr, Hoisten, Horrem, Ramrath, Rosellerheide und Widdeshoven eingeladen.

1936

Am 19. Juli 1936 fand das Stiftungsfest zum 15-jährigen Jubiläums des TCR statt. Es wurde die Kapelle "Schnitzler" (jetzt: Jägerkapelle Straberg) zum Preis von 42,50 RM für die Blasmusik verpflichtet. Im Jahre 1936 wurden Theo Dangen und Jakob Schmitz aufgenommen. Die Tamboure wurden verpflichtet die Hälfte der Kosten für die Trommelfelle zu zahlen.

Hier enden die Aufzeichnungen vor dem Krieg, aber es geht weiter im Jahre 1945.

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  • Mo, 13.02.2012 | 18.45 Uhr Probe
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